Richtig Paddeln – 3 Wahrheiten

Wenn Du eines mit aus Deinem ersten Surfurlaub – und Unterricht genommen hast, dann ist es, dass Surfen aus unglaublich vielen Komponenten besteht. Besonders zu Beginn scheinen es so viele zu sein, dass es schwer faellt überhaupt Fortschritte zu machen. Man kann sich nunmal nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren. Das ging und geht uns allen so. Hier ist vor allem eins gefragt – Geduld und Beharrlichkeit. Nur, wer am Ball bleibt, kommt beim Surfen wirklich weiter. Tränen, Schweiß und viele blaue Flecken inklusive. 

Heute wollen wir Euch einen ganz essentiellen Teil des Surfens näher bringen. Das Paddeln. Denn ganz klar, oder auch nicht – ohne Paddeln keine Wellen. Das Schwierige hierbei – wie in vielen anderen Angelegenheiten des Lebens auch, ist es schlechte Gewohnheiten zu brechen und neu zu formen. Wenn wir mit dem Surfen beginnen, achten wir nur wenig auf unsere Paddeltechnik. Im Vordergrund steht der Take-off und auf’s Brett zu kommen. Sich zu halten. Unser Muskelkörper ist es nicht gewohnt auf dem Bauch liegend zu arbeiten und überhaupt glauben die meisten Surfen findet in den Armen statt. Paddeln, denkt man sich, ist wie Schwimmen. Und schwimmen, kann ich. Genau wie eine schlechte Körperhaltung, die wir uns über die Jahre angeeignet haben, trägt eine schlechte Paddeltechniken Hand in Hand dazu bei Dir einen Rundrücken, hängende Schultern und schließlich Nackenschmerzen zu verschafffen.

All das hängt im Grunde auch damit zusammen wie sich Dein Körper und deine Oberkörper-Schulter-Partie bewegen und funktioneren. Bist Du also schon Surfer, dann lies ab hier auf jeden Fall weiter. Bist Du gerade dabei anzufangen, dann lies auch weiter, um Dir nicht direkt zu Beginn eine falsche Technik einzuprägen.

3 Wahrheiten zu den meist verbreiteten Paddelfehlern.

#1 Mit dem Kopf unten paddelt es sich nicht schneller

Einige Leuten werden Dir sagen, dass Du Deinen Kopf senken sollst, wenn Du schneller paddeln möchtest. Also tust Du genau das in Deiner nächsten Surf Session und schwupps hast Du das Gefühl im Turbo durchs Wasser zu gleiten. Nunja. Dein Körper hat Dir einen Streich gespielt und Du bist darauf reingefallen. Du hast das Ende Deines Nackens und Deinen Oberkörpert verlängert. So entspannen sich genau die Muskeln, die arbeiten sollen um Deine Brust zu heben. Außerdem fallen Deine Schultern jetzt nach vorn, was bewirkt, dass Deine Brustmuskeln aktiviert werden und nun gezwungen sind all die harte Arbeit allein zu leisten. In dieser Postion nutzt Du keine der korrekten Muskeln, die Dir beim Paddeln effizient und langfristig helfen. Das Ergebnis sind die oben benannten gerundeteten Schultern und Rücken bzw. eine generell schlechte Körperhaltung. Welche Muskeln sollst Du also nutzen und wie kannst Du sie einfach trainieren?

Die Muskeln, die Dein Paddeln verändern, befinden sich im Rücken. Genauer gesagt die großen Rückenmuskeln, sowie die Muskulatur im unteren Rücken und dem Gesäß. Befinden sich diese Muskeln in Anspannung hebt sich Dein Oberkörper und Deine Schultergelenke haben Freiraum für Ihre komplette Bewegungsspanne. Auch sorgst Du so für Gleichgewicht und Stabilität auf dem Brett, sodass Dein Board besser gleiten kann.

Hebst Du Deinen Oberkörper versuche Schultern und Arme zu entspannen. Deine Arme arbeiten nur unter Wasser – in dem Moment, wenn die Hände ins Wasser gehen.

Stelle Dir vor, dass zu Deinen Fingerspitzen Holzleisten liegen, an denen Du Dich entlang ziehst. Versuche diese Leisten mit Deinem Mittelfinger zu erreichen. Vergiss es Deine Arme wie irre anzuwinkeln. Denke an ein Ruderboot – Deine Arme sind die Ruder. Ziehe die Hand unterm Brett nach hinten, aber nicht ganz durch. Hebe sie aus dem Wasser, entspanne und reiche dann wieder nach den Holzleisten vor Dir. Dein Oberkörper bleibt dabei unbewegt aber leicht angehoben. Voila!

#2 Der Schlüssel liegt im Rücken

Wie bei #1 bereits angedeutet, glauben die meisten von uns, dass Paddeln nur aus den Armen und Schultern heraus entsteht. Wenn Du auch dazu gehörst, dann verlässt Du Dich für Deinen Paddelerfolg auf die eher kleinen Muskeln im Körper. Dabei liegt doch der Latissimus Dorsi so nahe :)

Einer der größten Muskeln im Körper und exzellent fürs Paddeln, eine gute Körperhaltung und um Leute mit möglichst vielen Chin-Ups beeindrucken zu können. Chin-ups eignen sich somit als hervorragende Uebung diese Muskelgruppe gezielt zu trainieren. Lege Dich hierzu auf den Bauch. Spanne Gesäß und Körpermitte an, sodass Du im Becken stabil bist. Führe Deine Hände an den Hinterkopf und presse Deine Ellbogen dabei nach hinten. Hebe und senke nun Deinen Oberkörper gleichmäßig. Hebe dabei ebenfalls dein Kinn etwas – Chin up!  

#3 Schwergewichte sind nicht hilfreich für deine Paddelkraft

Es ist nicht gesagt, dass schwere Gewicht nicht gut fuer Deine Paddelkraft sind. Langhanteln sind jedoch ebenso gut, wenn nicht sogar besser. Deine Schulter-Rotatoren spielen hierbei eine wichtige Rolle. Sie sind essentiell für die Schulterbewegung und sicheres Paddeln. Vor allem lieben sie leichte Gewichte mit vielen Wiederholungen. Die Muskelfaser bekommt so nur kleine Risse, die schnell heilen und den Muskel aufbauen. Das Ergebnis ist eine stärkere Grundlage in den Schultern fürs Paddeln. Arbeite mit elastischen Bändern, um Deine Schulter-Rotatoren zu kräftigen. Dehne Dich nach dem Surfen. Vor allem aber – schenke Deinem Paddeln Aufmerksamkeit und sei achtsam, wie Du Dich bewegst.

Das soll Dich jetzt alles nicht unnötig aus der Ruhe bringen. Denn wie schon zu Beginn gesagt, ist es am Anfang vor allem komplex und man muss auf so Vieles achten. Da fällt auch mal was unter den Tisch :) Beim Starten auf eine korrekte Paddeltechnik zu achten, wird jedoch schneller zum Surferfolg verhelfen und birgt vor allem Fehlhaltungen und Verletzungen im Ruecken und in den Schultern vor.

In einer guten Surfschule lernst Du alles von Anfang an korrekt und befindest Dich in den guten Händen. Stelle so viele Fragen wie Du willst und lass’ Dir Tipps zu guter und sicherer Technik geben. Jetzt wünschen wir Dir aber erstmal viel Spaß bei Deinem nächsten Surf. Vielleicht haben Dir unsere Tipps geholfen? Dann lass uns einen Kommentar da. Yeeew!