Besiege Deine Angst vorm Surfen

Die Angst vor dem Meer, dem Wasser oder dem Surfen an sich ist etwas ganz Natürliches. Allein aus dem Grund, dass Wasser ein uns fremdes Element ist, dass uns nun mal (Hand auf’s Herz) umbringen kann. Das ist jetzt etwas drastisch und auch nur semi-hilfreich für die Angst-Geplagten – sorry :)

Bottom Line: Blockaden, Angst und Panik rund ums Surfen und Surfen Lernen sind normal nur redet niemand darüber. Alle um Euch herum sprechen nur von den geilen Wellen, die sie hatten nicht aber von der Angst während eines längeren Hold-Downs oder heftigen Wipe-outs. Die Meisten, die dann laut lamentieren, sind die Jungs. Und das schüchtert die Mädels ein bzw. macht diese zu der Gruppe, die immer Angst hat.

Völliger Quatsch. Wir alle haben Angst. In unterschiedlichen Facetten zwar aber jeder kennt sie. Offen darüber zu reden und dazu zu stehen, ist bereits der erste Punkt, wie man lernt damit umzugehen.

Kenne Deine Angst. Kenne Deine Limits.

Angst ist immer auch etwas Gutes, denn sie schützt uns. Die Natur hat sich schließlich etwas dabei gedacht und Angst bekommst Du, wenn Du in einer Situation bist, in der Du ggf. (noch) unsicher bist. Beim Surfen ist es enorm wichtig seine eigenen Grenzen zu kennen und diese zu respektieren. Es ist Dir zu groß? Dann paddel nicht raus, wenn Du Dir nicht voll vertraust für solche Bedingungen ready zu sein. Sich aus seiner Komfortzone zu bewegen ist etwas anderes, als leichtsinnig zu sein.

Oft ist es auch eine Mischung aus verschiedenen Ängsten – Angst vor großen Wellen, vor Verletzungen, Angst davor nicht gut genug zu sein oder nicht hübsch und fit genug in Deiner Surfwear auszusehen. Diese Unsicherheiten können einen derart übermannen, dass man sich schnell Ausreden einfallen lässt, um nicht zu surfen:

  • Die Bedingungen sind gar nicht so gut
  • Ich bin heute müde
  • Ich habe mir gestern die Schulter verletzt
  • Ich gehe später

Wenn Du erst einmal gefangen bist im Ausreden-Karussell wird aus Deinem heiß-ersehnten Surfkurs oder Surfurlaub ganz schnell ein langweiliger Strandurlaub mit einer extra Portion Frust – denn all diese befeuerten Negativstimmen lassen Deinen Selbstwert ganz schnell schrumpfen. Denn es sind genau diese Stimmen, die Dich davon abhalte eine bessere SurferIn zu werden .

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Umso wichtiger also, dass Du Tools an die Hand bekommst, die Dir helfen Deine Angst und Unsicherheiten in den Griff zu bekommen. Never forget: du willst schließlich auf’s Brett!

1 Analysiere Deine Angst

Einer von zwei Punkten, die wir schon angesprochen haben. Manchmal sind Ängste diffus. Nimm Dir Zeit genau darüber nachzudenken, was es ist, was Dir Angst macht. Find klare Worte. Schaue Dir diese Angst genau an und dann schicke sie einfach in die Wüste. Je genauer Du weisst, was es ist, umso eher kannst Du daran arbeiten die Angst in einen positiven Glaubenssatz umzuwandeln.

Oft ist zum Beispiel die Wurzel aller Ängste beim Surfen, die Angst es nicht zu koennen oder es nicht lernen zu können (zu schwach, zu dick, zu selten im Wasser, zu unfit). Probleme loest man, wenn sie da sind. Nicht, wenn man sie am Horizon sieht. Die Angst es nicht zu koennen, lässt sich nur auflösen, wenn Du damit beginnst es zu lernen – egal wo Du stehst. Wenn das im Mittelpunkt steht, fällt alles andere von allein in sich zusammen.

2 Rede ueber Deine Angst

Teil der Analyse aus Punkt 1 ist das mentale strukturierte Formulieren (sei ganz ehrlich) und am Ende auch das offene Wort. Sich dann bezüglich Ängsten offen mitzuteilen und auszutauschen, gibt Selbstvertrauen und lässt Dich schnell erkennen: Du bist nicht allein. Ein Domino-Effekt setzt hier ein – sobald einmal eine unangenehme Sache angesprochen worden ist, motiviert es andere ebenfalls mitzureden. Der Austausch zeigt Dir dann Mittel und Wege wie andere mit ihrer Angst umgehen oder wie sie diese vielleicht auch überwinden konnten.

3 Wissen ist Macht

Unwissenheit ist der Angst liebstes Futter. Warum? Deine Negativstimmen im Kopf bekommen somit eine große Plattform all Deine Fragen zu beantworten. Sicherheit beim Surfen ist absolute Prio. (Lies‘ dazu auch in einem unserer letzten Blog Posts.) Dazu gehört es, dass Du weisst, wie Du Dich im Wasser zu bestimmten Bedingungen verhalten musst, Du musst wissen, wie Du Dein Board handlest oder was Du wissen solltest, wenn Du an einem neuen Spot bist. All das lernst Du in einer guten Surfschule oder beim Surfen Lernen in einem Surfcamp.

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Tausche Dich auch hier mit anderen aus und stelle offen Fragen. Am besten ist es immer von den Locals zu erfahren, was wichtig und zu beachten ist. Im Prozess selbst, merkst Du dann, dass je mehr Du weißt Du Dich sicherer fühlst.

4 Körperliche Fitness macht Dich mental stark

Paddeln macht müde und ist, vor allem wenn ungeübt, noch anstrengender. Kommt nun noch eine stärkere Strömung oder ein hereinrollendes Set am Horizont hinzu willst Du Dich darauf verlassen können, dass Du den Turbo einlegen kannst, um schnell vom Fleck zu kommen. Surfen macht genau dann Angst, wenn man sich der Kraft des Ozeans ausgesetzt fühlt. Deine körperliche Fitness ist ausschlaggebend dafür, wie sicher Du Dich im Wasser wirklich fühlst: eine schlechte Ausdauer bringt Dich schnell ausser Atem und unter Wasser zu sein, wird somit noch anstrengender oder kann zu Panik führen.

Zeit, die Du in Deine Fitness investierst, ist niemals verloren. Vor einem Surftrip solltest Du unbedingt an Deiner Ausdauer, Core- und Rückenmuskulatur arbeiten.

5 Der stete Tropfen killt die Angst

Übung, Übung und noch mehr Übung. Eigentlich das Schlüsselwort für diesen Post. Alle bereits genannten Punkte münden hier. Je mehr Du im Wasser bist, je mehr Wellen Du surfst oder nicht surfst und je öfter Du verschiedensten Bedingungen ausgesetzt bist, umso kleiner werden Deine Ängste. Schritt für Schritt in einem Prozess. Mit Erfahrung kommt Wissen, kommt Fitness kommt Selbstvertrauen. Wie Du in Deinem ersten Sommer Surfen oder Surfkurs über das Surfen denkst oder aufs Meer schaus, ist komplett anders im Jahr darauf oder fast forward in drei Jahren. Das Gute ist: wenn Dich der Stoke nach Deiner ersten Welle erstmal hat, wirst Du ihn so schnell nicht mehr los. Kurzum: Du hast viel Zeit Deine Ängste zu erkennen und daran zu arbeiten sie zu minimieren.

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6 Eine ruhige Atmung hemmt die Angst

Yoga gilt als eine der besten Mind-Body Methoden, die das Surfen komplementieren. Yoga hilft Dir Muskulatur und Balance aufzubauen, Dein Körpergefühl zu verbessern und vor allem mit Deiner Atmung zu arbeiten und wirkungsvolle Effekte zu spüren. Eine tiefe Bauchatmung wirkt schnell beruhigend und bringt Dich zurück in den Moment – das ist gold wert, wenn einen die Angst im Wasser überkommt.

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Regelmäßige Atemübungen erweitern Dein Lungenvolumen und sorgen für Entspannung. Hilfreich, wenn man unter Wasser ist.

7 Nimm‘ das Surfen nicht zu ernst

Zu guter Letzt wirklich ein Tipp in eigener Sache. Erinnere Dich daran, warum Du gern Surfen lernen möchtest oder warum Du damit begonnen hast. Das sollte immer im Vordergrund stehen – nicht das hippe (oft viel zu kleine) Board, der schicke Bikini oder generelle Lifestyle, der uns verkauft wird. Es ist das unbezahlbare Gefühl über das Wasser zu gleiten. Diese ehrliche und echte Verbindung mit der Natur. Profis werden wohl die meisten von uns nicht :) Was spielt es dann für eine Rolle, welchem Stress Du Dich aussetzt darüber wie gut oder schlecht Du (noch) bist. Keine! Dein Spaß steht an erster Stelle – beginne mit einem Lächeln im Line-Up und mach Dir bewusst: alle mit Dir da draussen waren irgendwie einmal oder sind am selben Punkt wie Du auch.

Surfen mit Freunden, Gleichgesinnten oder in Gruppen ist sicherlich die beste Methode um viele Deiner Surf-Ängste in den Griff zu bekommen. Surfen an einem neuen Spot wird so ganz easy. Du kannst Dich austauschen, bist nicht allein und bekommst viele Tipps mit auf den Weg. Lass‘ Deine Angst nicht bestimmen, ob Du mit dem Surfen Lernen anfängst oder nicht und buche noch heute Dein Surfcamp! Wie wäre es zum Beispiel mit Portugal im Frühjahr?